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Projektdetails
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Erläuterungsbericht zum Energiekonzept

Als Projekt für den Einsatz von Photovoltaik zur Unterstützung der Energieversorgung wurde das in Planung befindliche Freibad ausgewählt. Ein wichtiger Vorteil eines Freibades zur Nutzung von Solarenergie ist die Gleichzeitigkeit des Wärmeangebots der Sonne mit den Energieverbrauchsspitzen. Es treten hierbei zwei Übereinstimmungen auf, die tageszeitliche und die jahreszeitliche. In den Sommermonaten ist das höchst Strahlungsangebot der Sonne zu verzeichnen, ebenso ist der Energieverbrauch eines Freibades in den Sommermonaten am größten. Weiterhin ist der Energieverbrauch eines Freibads in den Mittagsstunden am höchsten, was wiederum dem höchsten Strahlungsangebot der Sonne im Tagesverlauf entspricht. Somit können vor allem die Bedarfsspitzen an Energie durch die Sonnenenergie gesenkt werden. Im Freibad werden vor allem die zwei Energiearten Wärme, in Form von erwärmtem Wasser, und Strom, zum betreiben der Pumpen, benötigt. Deshalb liegt es nahe, diese beiden Energiearten durch Solarenergie abzudecken. Dies geschieht mit Hilfe einer Absorberanlage zur Beckenwassererwärmung und einer Photovoltaikanlage zur Deckung eines Teils an elektrischer Energie zum Betreiben der Pumpen. Die Gebäude sind so angeordnet, daß der größte Teil der Dachfläche nach Süden mit 20 ° Neigung ausgerichtet ist. Dies unterstützt eine hohe Effizienz der Solarsysteme. Als Voraussetzung zur Nutzung von Solarenergie sollte jedoch zuerst ein sparsamer Umgang mit Energie angestrebt werden. Im Falle dieses Freibades geschieht dies durch die folgenden Maßnahmen.

Pumpensystem
Das gewählte Pumpensystem ( Filterpumpen, Absorberpumpe, Spaßpumpen ) ist genau dem Bedarf angepaßt und die einzelnen Pumpen sind elektronisch regelbar. Damit kann die Pumpleistung der Filterpumpen der Besucherzahl angepaßt werden und somit ein minimaler Verbrauch erzieltt werden. Dabei sind die Regeln der DIN 19643 /1/ sowie die VDI 2089 /2/ einzuhalten, um einen gewissen Mindestdurchsatz durch die Filter zu gewährleisten.

Haustechnik und Beleuchtung
Die im Einsatz befindlichen Geräte der Haustechnik und die Beleuchtung sind mit geringem Verbrauch ausgewählt. Dabei wird auch im Bereich der Beleuchtung möglichst das Tageslicht ausgenutzt ( Glashalle ). Das Zuschalten der Beleuchtung erfolgt über Lichtfühler.

Beckenwasser
Das Beckenwasser wird zum größten Teil ( etwa 70 % ) vom Absorbersystem erwärmt. Um die Verluste an Energie des Wassers möglichst gering zu halten, werden die Becken mit einem Rolladensystem nachts abgedeckt. Die Einsparung durch diese Maßnahme wird von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen /3/ mit 40 % angegeben. Eigene Simulationen haben diesen Wert bestätigt. Weiterhin wird dem beim Reinigen des Filtersystems benutzten Beckenwasser noch über einen Wärmetauscher Energie entzogen bevor es in die Kanalisation eingeleitet wird.

/1/ DIN 19643 : Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
/2/ VDI 2089 : Schwimmbäder , Blatt 2 : Wasseraufbereitung von Schwimmbeckenwasser
/3/ Deutsche Gesellschaft für das Badewesen : Merkblatt 60.04, Energieeinsparung in Bädern

Veröffentlichungen: Deutsches Architektenblatt 4/97

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